SENIOREN-UNION-UNTERWEGS

17.05.2017

Den Namen Konrad Adenauer kennt jeder. Wo und wie er lebte - das wollte die Senioren-Union Swisttal genauer wissen.

Ein großer Politiker und Staatsmann. Konrad Adenauer, geboren am 05.01.1876 in Köln, gestorben am 19.04.1967 in Rhöndorf. Wohnhaus, Garten und Pavillon, sein politisches und sein Privatleben waren Anziehungspunkte des Besuches der Senioren-Union Swisttal. Zur angemeldeten Führung wurden die Besucher von Gabriele Kroll, Mitarbeiterin der Stiftung, begrüßt und nach einer ersten Einführung zur Besichtigung des Privathauses gebeten. Bereits auf dem Weg dorthin konnte man den herrlichen Blick auf das nahe und ferne Umland genießen.

Die Familie Adenauer zog 1937 in das neu gebaute Haus ein. Dort wohnte er bis zu seinem Tod 1967. Für den späteren Bundeskanzler war es stets ein privates Refugium, wo er Ruhe fand und sich von den Anstrengungen der langen Arbeitstage erholte.

Aber er empfing dort auch viele maßgebende Politiker aus CDU und CSU – nicht ganz uneigennützig, wenn man das Ergebnis der „Rhöndorfer Konferenz“ am 21.08.1949 betrachtet. Als wichtigster Staatsmann seiner Zeit wurde Staatspräsident Charles de Gaulles von Adenauer zweimal privat empfangen. Die später im Garten errichteten übermannsgroßen Statuen beider erinnern eindrucksvoll an den Beginn der europäischen Beziehungen.

Die Besucher wurden in das großzügige Erdgeschoss geführt. Vom Wohnzimmer aus bietet sich ein wunderschöner Blick über das Rheintal nach Westen. Die Einrichtung des Hauses ist seit Adenauers Tod nahezu unverändert geblieben. Die Möbel stammen überwiegend aus seiner Oberbürgermeisterzeit, die alten Gemälde von der Familie seiner ersten Frau Emma. Darüber hinaus zieren zahlreiche Geschenke die Räume. Wohnzimmer, Esszimmer und weitere Räumlichkeiten wurden von Frau Kroll eindrucksvoll beschrieben. Selbstgemalte Bilder von Winston Churchill und vom späteren US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower schmücken die später überdachte Terrasse, wo Adenauer zu frühstücken pflegte. Sein Arbeitszimmer und das nur von außen einzusehende  Schlafzimmer, in dem Adenauer starb, bildeten den Abschluss des Hausrundgangs.

Die Gartenanlage am Hang des ehemaligen Weinbergs ist gekennzeichnet von vielen Bäumen, Büschen und Blumen, vor allem Rosen, die Adenauer liebte. Die südländisch empfundene Vielfalt von Pflanzen, Plastiken und Brunnen erinnert an Cadenabbia am Comer See, wo er in den letzten zehn Jahren seines Lebens seinen Urlaub verbrachte. Davon zeugt auch die Boccia-Bahn, die er sich nahe dem Wohnhaus bauen ließ.

Nach seinem Rücktritt als Bundeskanzler wurde nach seinen Plänen 1964 der Pavillon im Garten errichtet. Dort verfasste Adenauer drei Bände seiner „Erinnerungen“ und Fragmente des vierten und letzten Bandes.

Das Ausstellungsgebäude unterhalb des Wohnhauses mit seinen zahlreichen Dokumenten, Exponaten, Film- und Bildsequenzen zeigt umfassend das lange Leben von Konrad Adenauer.

Nach dem Besuch nutzten viele den Weg zum Waldfriedhof, um dort das Grab von ihm aufzusuchen.

Den Abschluss des Ausflugs der Senioren-Union Swisttal bildete der Besuch in einem Café, von wo aus die beeindruckten Besucher des Adenauer-Hauses die Heimreise nach Swisttal antraten.

Wilfried Mühlhausen

(Vorsitzender der Senioren-Union Swisttal)