CDU-Reise an die Ostsee 2017

15.04.2017

CDU Swisttal zu Besuch der Hansestädte Wismar, Lübeck und Rostock an der Ostsee

Reisegruppe 2017 an die Ostsee


15.04.2017

Bereits zum 15. Mal begab sich die Swisttaler CDU in der Woche vor Palmsonntag auf Erkundungsreise. Insgesamt 56 Teilnehmer hatten sich bei Franz Moderow aus Odendorf angemeldet. Moderow organisiert und leitet diese Reisen im Auftrag des Swisttaler CDU-Gemeindeverbandes seit 2002. Damals stand vor allem das Kennenlernen von Land und Leuten der neuen Bundesländer im Vordergrund. Inzwischen sind die dortigen Landschaften und Regionen bereist, sodass die Reiseziele mehr und mehr nach demokratischem Prinzip festgelegt werden. Dieses Jahr hatte eine Mehrheit für den Besuch wichtiger Hansestädte an der Ostsee gestimmt. Quartier fand die  große Reisegruppe in einem Landhotel in Gägelow in der Nähe von Wismar. Von dort starteten die Ausflüge in die Städte und Regionen.
Gleich zu Beginn stand die ehemalige Klosterkirche, das Münster von Bad Doberan auf dem Reiseplan. Diese „Perle der norddeutschen Backsteingotik“ wurde von Zisterziensermönchen im 13. Jahrhundert im damals hochmodernen gotischen Stil erbaut. Eine besondere Bedeutung erhielt das Münster als landesfürstliche Hauptgrablage und wurde entsprechend fürstlich ausgestattet. So beeindrucken die Besucher nicht nur die hohen Gewölbe und aufstrebenden Pfeiler, sondern auch die wundervollen mittelalterlichen Altäre und sonstigen originalen Ausstattungsstücke. Diese Innenausstattung blieb von  Kriegswirren und Bilderstürmen weitgehend verschont, sodass keine europäische Zisterzienser Kirche über einen reicheren Ausstattungsschatz  verfügt.
Eine weitere Perle der Backsteingotik gab es  in Wismar - neben dem wunderschönen Marktplatz - zu bewundern. St. Georgen wurde um 1404 als kreuzförmige Anlage mit weitausladendem Querhaus ohne Seitenschiffe mit riesigen Abmessungen und mächtiger Höhenentwicklung geplant und teilweise gebaut. Brauchte man 20 Jahre Bauzeit für die Klosterkirche in Bad Doberan, zog sich der Kirchenbau in Wismar über ein Jahrhundert hin und manche der hochfliegenden Pläne konnten mangels Geld nicht realisiert werden. Im Krieg wurde St. Georgen teilweise zerstört, aber die eigentlichen Schäden und der Verfall traten danach bis 1990 ein. Nach der Wende wurde die Kirche nach und nach wieder aufgebaut und dient heute als attraktiver Veranstaltungsort für Theater, Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Kongresse und auch für Gottesdienste. Wer mit dem im Chorraum installierten Aufzug auf die Plattform in 34 Meter Höhe fährt, kann einen Rundumblick auf die Stadt genießen und bei guter Sicht sogar die Insel Poel erkennen.
Wismar war im Mittelalter eine wehrhafte Stadt, die im 30 jährigen Krieg von Schweden erobert wurde und lange unter schwedischer Herrschaft lebte. Aus dieser Schwedenzeit dürften auch die Festungsgewölbe stammen. Heute sind sie umfunktioniert und beherbergen die nördlichste Sektkellerei Deutschlands. In den fein wiederhergestellten Gewölbegängen wird „Hansesekt“ von Hand gerüttelt und kredenzt. Für die Swisttaler Besucher eine wahre Erholung nach so viel beeindruckender gotischer Baukunst.
Lübeck ist durch die Abbildung des Holstentores auf den 50-D-Markscheinen wohlbekannt. Schließlich zählt das Holstentor neben Kölner Dom und Schloss Neuschwanstein zu den drei weltbekanntesten Bauten Deutschlands. Aber Lübeck ist in erster Linie bekannt als Hansestadt. Im europäischen Hansemuseum erlebten die Swisttaler diese 800 Jahre Geschichte  der Hanse, eine stringente Organisation der „Verkaufsleute“, die heute gerne mal als Vorläufer der EWG gesehen wird. Als Freundschafts- und Schutzbündnis von 200 Städten war sie der bedeutendste mittelalterliche Macht- und Ordnungsfaktor,  führte das Lübsche Stadt- und Marktrecht zwischen Lissabon und Nowgorod ein, verschaffte ihm Geltung und sorgte so für ein einheitliches Rechtempfinden in Nordeuropa. Das Museum ist ein Anschauungsort für und mit allen Sinnen und leitet mit modernen Medien  höchst anschaulich durch die vielfältige Welt der Hanse, einem der größten Handelsnetze aller Zeiten.

Auch wenn Lübeck im Krieg gewaltig zerstört wurde,  zeigt sie nach Wiederaufbau und Restaurierung wieder ihre siebentürmige Silhouette. Herausragend unter den vielen Kirchen ist die Marienkirche, die im Jahre 1200 von den Rats- und Kaufleuten Lübecks als Bürgerkirche in der Mitte der Stadt geplant und als hochgotische Basilika gebaut wurde, In 38,5 Meter Höhe überspannen die Gewölbe das  eindrucksvolle Mittelschiff. Die Doppeltürme erreichen eine Höhe von 125 Meter. Die Marienkirche gilt als Mutterkirche der Backsteingotik und diente rund 70 Kirchen im Ostseeraum als Vorbild.
Die Swisttaler hatten Gelegenheit, im Rostocker Schiffsbau- und Schifffahrtsmuseum die „Dresden“ kennen zu lernen, das erste von der DDR in eigener Regie gebaute und ausgerüstete Frachtschiff mit einer Länge von 157,6 m. Für die damalige Regierung eine technologische Herausforderung, da sie damals Neuland betreten musste. Mit Ladungsdecks für bis zu 10.000 Tonnen wurde ein Frachtschiff  1957 vom Stapel gelassen, das die Häfen in aller Welt anlaufen konnte. Es diente aber auch dazu, die Leistungsfähigkeit der DDR zu demonstrieren. Deshalb waren Besuchskabinen an Bord und eine relativ großzügige Offiziersmesse, in denen repräsentative Empfänge gegeben werden konnten. Beeindruckend war der Blick in den Maschinenraum. Die vier Dieselmotoren schafften eine Maschinenleistung von 7200 PS, die das Schiff auf eine Geschwindigkeit von 15 kn (28km/h) brachten. Diese Maschinen am Laufen zu halten war seinerzeit eine große Herausforderung, da das Schmieröl nicht den Anforderungen entsprach und für einen Zukauf im Westen die Devisen fehlten. So mussten immer wieder Kolbenfresser behoben werden.
Was wäre eine Reise an die Ostsee, besuchte man nicht die wichtigsten See- und Badeorte wie Warnemünde, Boltenhagen und Travemünde, wo die Strände zum Frühlingssparziergang einluden und mancher „dicke Pott“ in die Häfen einfuhr. Genauso gehörten kleine Schiffsfahrten mit Hafenrundfahrt in Rostock oder nach Lübeck ins Programm und veranschaulichten das maritime Leben.
Zu jeder Reise der Swisttaler CDU gehört der Besuch eines regionalen Theaters. Das Volkstheater in Rostock bot mit der komischen Oper „Zar und Zimmermann“ von Albert Lortzing einen köstlichen Ohrenschmaus. Die Figur des Bürgermeisters Beeth (Ich bin klug und weise, mich betrügt man nicht!) wurde überzeugend gespielt und die lautstarke Chorprobe mit seinem Begrüßungslied („Den hohen Herrscher zu empfangen …“ ) hatte man noch lange im Ohr.
Tradition hat auch der politische Abend. Diesmal hatte die  Swisttal CDU eine sachkundige Bürgerin aus dem Kreistag eingeladen. Simone Borchardt (Geschäftsführerin bei der Barmer GEK Schwerin) erläuterte die seit 2017 geltenden Bestimmungen des Pflegegesetzes, das eine Fülle von Neuerungen und Verbesserungen bringt. So z.B. 5 Pflegegrade und ein transparentes Verfahren zur Bestimmung des Pflegrades. Ihr Vortrag fand großes Interesse und löste viele Fragen des Publikums aus, die sie kompetent beantwortete. Die Referentin war sichtlich begeistert, vor so vielen CDU’ler aus einem Gemeindeverband zu sprechen und bot spontan ihre Sachkunde bei praktischen Fragen rund um die Pflege an.
Die Weichen für die  nächste Reise  sind bereits gestellt. „Wenn ich gesund und fit bleibe, will ich gerne auch im nächsten Jahr die CDU Reise zum 16.Mal vorbereiten und leiten.“ kündigte Franz Moderow unter dankbarem Beifall an.      Ein Reisebericht in Versen vom Mitreisenden Wolfgang Heller zum Lesen und Herunterladen.