Kein Krematorium in Odendorf Drucken E-Mail

CDU Swisttal lehnt den Abschluss eines öffentlich-rechtlichen Beleihungsvertrages für die Errichtung und den Betrieb einer Feuerbestattungsanlage im Gewerbegebiet Odendorf ab.

Anspruchsvolle Problematiken zeichnen sich dadurch aus, dass oftmals nur schlecht bewertbare oder auch nicht quantifizierbare Unbekannte für eine Lösung herangezogen werden können.

Bei der Frage zum Bau und zum Betrieb eines Krematoriums in Odendorf wurde seitens der Befürworter insbesondere der steigende Bedarf an Feuerbestattungen im Dreieck zwischen Koblenz, Köln und Swisttal angeführt und darauf verwiesen, dass neben dem Grundstücksverkauf im Gewerbegebiet Odendorf potentielle Einnahmen in Höhe von 15.000,00 € in die Gemeindekasse flössen.

Auf der anderen Seite wurden Berührungsängste in der Bevölkerung und damit einhergehend ein Verlust von Lebensqualität angeführt. In diesem Zusammenhang ist sicher nicht von der Hand zu weisen, dass auch mittelständische Unternehmer, die in Erwägung ziehen sich im Gewerbegebiet in Odendorf niederzulassen, ähnlichen Berührungsängesten unterliegen könnten, da sie aus keinem anderen Querschnitt der Bevölkerung stammen als die Odendorfer und zudem womöglich noch kollidierende Geschäftsinteressen zu berücksichtigen hätten. Diese Tatsache lässt es zumindest denkbar erscheinen, dass andere Grundstücke in Folge einer Entscheidung für ein Krematorium schlechter oder nicht mehr zu vermarkten gewesen wären.

Zudem stellt sich die Frage, inwieweit die Befriedigung eines überregionalen, externen Bedarfs nach der Dienstleistung "Feuerbestattung" Bestandteil einer Güterabwägung innerhalb der Gemeinde Swisttal sein kann? Auch blieb hinsichtlich dieses Bedarfs unbeantwortet, woher die beschriebenen überregionalen Deckungsmängel resultieren, da doch, wie zwischenzeitlich bekannt wurde, die Kapazität des Kölner Krematoriums gegenwärtig nicht einmal erschöpft ist.
Schließlich wäre die Überlegung anzustellen, ob die erwarteten Erträge in Höhe von ca. 15.000,00 € jährlich zu einer merklichen Veränderung der Haushaltssituation in Swisttal insgesamt geführt hätten. Im Hinblick auf das Gesamtvolumen des Gemeindehaushaltes scheint dies eher fragwürdig.

Nach sorgfältiger Abwägung stuften die Vertreter der CDU deshalb das subjektive Gut "Lebensqualität" für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger als schutzwürdiger ein.

Die von SPD, FDP und Grünen beschworene Emotionalität in der Bevölkerung bestand bei der Veranstaltung am Dienstag im Ludendorfer Rathaus ohne jeden Zweifel. Ein subjektives Werteempfinden eines jeden Betroffenen also zum Thema Lebensqualität, das aber zulässigerweise jeder für sich definieren dürfen sollte.

So drängt sich in diesem Kontext die Frage auf, was denn Kommunalpolitik mit angestrebten Veränderungen in einer Gemeinde eigentlich erreichen will? Die Oppositionsparteien scheinen vergessen zu haben, dass z.B. das Ringen um Funkmaststandorte, die Optimierung des Kanalnetzes, die Einrichtung von Kunstrasenplätzen oder die ansprechende Gestaltung eines Flussbettes keinem Selbstzweck dient sondern einzig einer positiven Wahrnehmung durch die Bevölkerung - also der Verbesserung und nicht der Verschlechterung von Lebensqualität in Swisttal, mit all ihren irrationalen und emotionalen Elementen.

Bernd-O. Großmann
(Vorsitzender CDU Gemeindeverband Swisttal)

 

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